Manfred Ertel...


...ist 1950 in Hamburg geboren und war fast 40 Jahre lang politischer Redakteur und Korrespondent beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Als Journalist recherchierte er Krisen und Skandale in ganz Europa.

2012 wurde er zusammen mit einem SPIEGEL-Team für die Dokumentation von Griechenlands Weg in die Euro-Krise mit dem renommierten Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet.


Seine besondere Leidenschaft gehört seit jeher dem Fußball und besonders dem Hamburger SV. Von 2011 bis 2014 war er erst stellvertretender Vorsitzender und dann Aufsichtsratsvorsitzender des HSV.


Ertel lebt mit seiner Frau in Hafennähe auf St. Pauli und schreibt als freier Autor für verschiedene Zeitunge und Verlage. Zuletzt veröffentlichte er die Bücher "Leben mit einer Königin - Vom Alltag an Bord der QUEEN MARY 2" und eine autobiografische Abrechnung mit der Entwicklung im Profifußball: "Hört die Kurve - Ein ganz persönliches HSV-Lesebuch".


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Dirk Eisermann

Steckbrief


Lebensmotto:
Geklaut von meiner Liebsten: Es gibt keine Zufälle.

Ihre Lieblingsszene aus dem Buch:
Wenn die Staatsanwältin am Hafen ist, der Elbe und den Möwen zuschaut und ins Sinnieren kommt. Das kenne ich nur zu gut.

Der optimale Soundtrack zum Buch:
Die Songs von der Hamburger Rock-Gruppe „Abschlach!“, vor allem „Mit Papa an der Landesgrenze“ und „Mein Hamburg lieb ich sehr“.

Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen:
Überall. Gern auch auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel des Lieblingsklubs.


Ihr eigenes Lieblingsbuch:
Aktuell die Krimis des Dänen Jesper Stein, eine prima Neuentdeckung nach Jo Nesbö oder Hjorth & Rosenfeldt. Sonst zuletzt Heinz Strunk „Der Goldener Handschuh“, Steven Galloway „Der Cellist von Sarajevo“ und alle Historien über John Franklin und die Entdeckung der Nordwest-Passage.


Ihr nächstes Projekt:
Unklar. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, nach dem Buch ist vor dem Buch. Vielleicht traue ich mich an einen Jugendroman. Aber auch ein Krimi um die Barschel-Affäre, die ich damals aufgedeckt habe, würde mich sehr reizen. Vielleicht mache ich auch erst mal etwas ganz anderes. Mal sehen, was die nächsten Monate so passiert.

3 Fragen an Manfred Ertel

Mit FoulSpieler haben Sie sich erstmals an ein neues Genre herangetraut. Hatten Sie schon immer den Wunsch einen Krimi schreiben?

Schreiben ist meine große Leidenschaft. Ich habe angefangen als freier Sportjournalist, das war mir zu wenig aufregend und am Ende zu monoton. Deshalb bin ich ganz früh ins politische und investigative Fach gewechselt. Ich bin bis heute leidenschaftlicher Journalist und Autor. Und Fußball ist mein Leben. Deshalb musste ich mich fürs erste Buch nur zwischen Krimi und Kinder-/Jugendbuch entscheiden. Der Krimi hat das Rennen gemacht.

In dem Buch geht es nicht allein um Mord, sondern um ein sehr brisantes und aktuelles Thema: Spielmanipulation im Profifußball. Hat Sie dieses Thema als Fußball-Fan schon immer bewegt?

Wenn man so lange wie ich mit Herzblut als Spieler und Fan beim Fußball dabei ist, und dann auch noch einige Jahre als Aufsichtsrat hinter die Kulissen des Geschäfts blicken konnte, stellt man eine rasante Veränderung des Sports, aber auch der Werte im Fußball fest. Anstand, Moral, Ethik stehen immer weiter zurück hinter der Prämisse: Gewinnen um jeden Preis. Der Fußball definiert für seine Stars und Manager Sonderrechte bei zum Teil schlimmen Gesetzesverstößen. Und in diesem Humus gedeiht das „Matchfixing“ immer besser, Wettmanipulationen belasten den Sport zusätzlich und leider immer öfter. Die großen Verbände schauen viel zu oft weg oder möchten schnell vergessen. Ich möchte dagegen hinschauen und bei uns Fans auch etwas Bewusstsein schaffen. Sonst verlieren wir endgültig unseren Lieblingssport und die schönste Nebensache der Welt.

Wie tief sind Sie bei Ihren Recherchen für das Buch in die Szene eingetaucht? 

Das seriös zu beantworten ist natürlich schwer, weil jede Recherche in ihrer Intensität am Ende relativ ist. Ich habe mit Sportlern, Ermittlern und Wettern gesprochen, ich habe Dokumente, Ermittlungsergebnisse und Aussagen von Wettpaten gelesen, ich bin in Sarajewo in Wettbüros unterwegs gewesen und ich habe in Griechenland mit Ermittlern und Experten gesprochen. Ich glaube, ich habe eine Menge Zeit und Mühe investiert.